HESSISCHER FUSSBALL-VERBAND e.V.

(ms) Bei der Tagung aller hessischen Talentförderer, die am 24. Januar 2026 in der Sportschule Grünberg stattfand, erhielten die DFB-Stützpunkttrainer, die HFV-Regionalauswahlverantwortlichen sowie die Lehrer-Trainer der Eliteschulen des Fußballs bzw. der schulischen regionalen Talentzentren anregende Informationen. Im Mittelpunkt standen das Torwart- sowie das individualisierte Feldspielertraining. Mit Andreas Kronenberg, dem Torhütertrainer der A-Nationalmannschaft, mit Kim Sippel als zuständigem Experten für die Torhüterausbildung im Rahmen des DFB-Talentförderprogramms sowie mit Thomas Impekoven, dem DFB-Stützpunktkoordinator des Fußballverbandes Rheinland, gaben hochkarätige Spezialisten ihr Wissen weiter.

Andreas Kronenberg, der von 2011 bis 2021 die Keeper des SC Freiburg und zeitweise auch die Torhüter der Nationalmannschaft sowie ab 2022 unter Bundestrainer Julian Nagelsmann nur noch Oliver Baumann, Alexander Nübel und Co. trainierte, ist es ein großes Anliegen, die Ausbildung einer der wichtigsten Positionen in der Fußballmannschaft auch in den DFB-Stützpunkten auf ein höheres Niveau zu heben. Er vertritt die Philosophie, dass nur durch eine gute und breit ausgebildete Basis die Spitze davon profitieren wird. Deshalb hat er zusammen mit Kim Sippel ein Konzept entwickelt, mit dem alle Talentförderer in Verbänden und Vereinen – insbesondere auch für diejenigen, deren Wissensstand in dem Spezialgebiet nicht ausgeprägt ist – einen Leitfaden für das Torwartspiel erhalten. Die Schwerpunkte des Konzepts beschäftigen sich mit Koordination, Ballgefühl, Gymnastik, Fußball- und Grundtechniken. Die Teilnehmer hatten zwischendurch immer wieder die Gelegenheit, hierzu konkrete Fragen zu stellen, die der gebürtige Basler kompetent und in kollegialer Art und Weise beantwortete. In der Praxiseinheit zeigte er unter Mithilfe von zwei Nachwuchstorhütern der TSG Wieseck einige Auszüge aus dem Programm. Bei Minusgraden auf dem Kunstrasenplatz der Sportschule imponierte Kronenberg insbesondere durch seine Ansprache an die jungen Keeper und die unzähligen wertvollen Tipps. Unterstützt wurde er dabei von Kim Sippel, dem langjährigen Kapitän der deutschen Socca-Nationalmannschaft und leidenschaftlichem Torwartentwickler.

Am Nachmittag widmeten sich die Teilnehmer dann dem individualisierten Training, zu dem Thomas Impekoven, A+-Lizenz-Inhaber, Sportwissenschaftler und DFB-Stützpunktkoordinator im FV Rheinland interessante Ansätze präsentierte. Die Kunst der Talentförderer sei es, Potenziale bei Spielern zu erkennen und diese auszuschöpfen. Um allen gerecht zu werden, müsse man jeden unterschiedlich behandeln. Dieses Prinzip bringt den Ansatz des individualisierten Trainings auf den Punkt. Er zeigte, wie Trainer jedes Talent gezielt entwickeln können – ohne den Teamgedanken aus dem Blick zu verlieren. Das Ziel müsse sein, den einzelnen Spieler im Mannschaftskontext besser zu machen – in jeder Altersklasse, in jeder Entwicklungsstufe und auf jeder Position. Dabei baut er auf die drei Säulen: individuell, altersgerecht und positionsspezifisch zu trainieren. Im anschließenden Praxisteil zeigte der frühere Trainer im Leistungszentrum von Bayer Leverkusen einen Auszug möglicher Steuerungsmittel in Spielformen, wie die angestrebten Ziele erreicht werden können. Seine begeisternde Art der Vermittlung sprang dabei auf die mitspielenden und zuschauenden Trainerkollegen über.

Das Wochenende wurde am Freitag bzw. am Sonntag außerdem genutzt, um interne Fortbildungen der DFB-Stützpunkttrainer Süd und der HFV-Regionalauswahltrainer durchzuführen. Alle waren sich einig, dass die beiden hessischen DFB-Stützpunktkoordinatoren Michael Duda und Claus Schäfer in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Hessischen Fußball-Verbandes ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt hatten. Mancher Trainerkollege wird die Impulse sicherlich zeitnah in seinem Bereich ausprobieren.

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